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Verbände: Stillstand bei energetischer Gebäudesanierung überwinden

Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (bdew), Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), Gemeinsame Pressemitteilung vom 12.10.2017

Damit Deutschland seine ambitionierten Klimaziele erreichen kann, müssen endlich die großen CO2- und Energieeinsparpotenziale bei Gebäuden mobilisiert werden. Ein Bündnis aus führenden Verbänden und Organisationen schlägt ein konkretes Steuermodell vor.
Die neu zu bildende Bundesregierung soll eine attraktive Steuerförderung für energetische Sanierungsmaßnahmen aufsetzen, um so eine Modernisierungsoffensive bei selbstgenutzten Ein- und Zwei-Familienhäusern und Wohnungen auszulösen. Diese Forderung hat ein Bündnis aus führenden Verbänden und Organisationen an die Politik gerichtet und ein konkretes Steuermodell vorgeschlagen, das unter anderem in der Anfangsphase vorsieht, dass 30 Prozent der Sanierungskosten über einen Zeitraum von drei Jahren von der Steuerzahlung abgezogen werden. Das Bündnis fordert die Parteien, die die neue Bundesregierung tragen, auf, diesen Vorschlag in den Koalitionsvertrag aufzunehmen und die Maßnahme zügig umzusetzen.

Damit Deutschland seine ambitionierten Klimaziele erreichen kann, müssen endlich die großen CO2- und Energieeinsparpotenziale bei Gebäuden mobilisiert werden. Der psychologische Effekt des Steuersparens ist ein unvergleichlich starker Hebel, der im bisherigen Fördermix fehlt. Es wird ein Instrument benötigt, das attraktiv, technologieoffen und einfach umsetzbar ist, damit es die geforderte Wirkung entfaltet. Nur so wird der Stillstand bei der energetischen Gebäudesanierung überwunden und das Sanierungstempo nachhaltig gesteigert.

Auf den Gebäudesektor in Deutschland entfallen immer noch über 40 Prozent des Primärenergieverbrauchs und über 30 Prozent des CO2-Ausstoßes. Bei einem Großteil der rund 16 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser besteht erheblicher Sanierungsbedarf. Die Sanierungsquote stagniert seit Jahren bei unter einem Prozent.

Angesichts der inländischen Wertschöpfung von über 80 Prozent im Gebäudebereich würde eine steuerliche Förderung zu einem starken Konjunkturschub – insbesondere bei Mittelstand und Handwerk – führen. Zusätzliches Wirtschaftswachstum sowie Sicherung und Neuschaffung von Arbeitsplätzen wären die Folgen.
 
Zuletzt aktualisiert am Freitag, 13. Oktober 2017 11:55

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