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Institut der deutschen Wirtschaft: Investitionsbremse Vermögensteuer

Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V., Pressemitteilung vom 14. September 2021

Vor der Bundestagswahl fordern einige Parteien, die Vermögensteuer wiederzubeleben. In einer Studie haben Forscher des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) untersucht, welche Folgen die Vermögensteuer für Deutschland hätte. Demnach wäre sie nicht nur sehr teuer, sondern würde Unternehmen Anreize zu Investitionen nehmen.

Zum Auftakt des Bundestagswahlkampfs 2021 bringen Linke, Grüne und SPD die Idee einer Vermögensteuer auf den Plan: Sie wird als Mittel präsentiert, um die Vermögensungleichheit in Deutschland zu bekämpfen. Eine Vermögensteuer von nur einem Prozent würde Unternehmen ähnlich belasten wie eine Erhöhung der Ertragsteuer um zehn Prozent, zeigt nun eine neue IW-Studie: Ein beispielhaftes mittelständisches Unternehmen mit einem jährlichen Gewinn von 500.000 Euro vor Steuern müsste neben den darauf entfallenden Unternehmenssteuern etwa 38.000 Euro zusätzlich an Vermögensteuer zahlen. Damit würde besonders das Betriebsvermögen, mit dem Investitionen finanziert werden, zusätzlich belastet werden.  

Unternehmen könnte der Anreiz genommen werden, in Deutschland zu investieren. Die Folge: Viele könnten stattdessen eher im Ausland investieren, warnen die Forscher. Dadurch würde die Wertschöpfung sinken und es gäbe weniger Arbeitsplätze. Durch solche Ausweichreaktionen könnten die zusätzlichen Steuereinnahmen einer Vermögensteuer bis zu 40 Prozent niedriger ausfallen als ursprünglich gedacht. 

Folgekosten der Vermögenssteuer    

Darüber hinaus weisen die Forscher auf bürokratische Folgekosten hin. Bei der Bewertung von selbstgenutzten Immobilien drohen Gerichtsverfahren, denn der Marktwert kann nicht eindeutig bestimmt werden. Genauso schwierig verhält es sich bei der Bewertung von Beteiligungen an Unternehmen, die nicht wie bei einer Aktiengesellschaft am Markt gehandelt werden. Diese Probleme würden Mittelständler besonders belasten – und auch die Kosten der Steuerverwaltung hochtreiben.  

Kaum bemerkbare Senkung der Vermögensungleichheit  

Mit der Vermögensteuer wollen Linke, Grüne und die SPD die Ungleichheit bei den Vermögen senken. Dafür ist der Gini-Koeffizient ein verbreitetes Maß. Ein Gini-Koeffizient von Null bedeutet, dass alle das gleiche Vermögen besitzen. Liegt der Wert bei Eins, besitzt eine Person das ganze Vermögen. Der Gini-Koeffizient der Nettovermögen deutscher Haushalte beträgt 0,71.Vermögen ist damit deutlich ungleicher verteilt als Einkommen. Simulationsstudien fanden jedoch heraus, dass eine Vermögensteuer von einem Prozent die Vermögensungleichheit um kaum bemerkbare 0,06 Prozent senken würde. „Wer sich erhofft, die Vermögensteuer sei die Lösung für alle finanziellen Ungleichheiten in unserer Gesellschaft, wird von ihr enttäuscht werden. Sie könnte durch ihre Wirtschaftsfeindlichkeit eher soziale Probleme verschärfen“, sagt Studienautor Martin Beznoska.


Martin Beznoska / Tobias Hentze - IW-Kurzbericht Nr. 60 - 13. September 2021
Vermögensteuer: Keine Steuer ist wirtschaftsfeindlicher
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